Worldmusic made in Germany

Ist Weltmusik die Popmusik der Zukunft? Welche Rolle spielt sie gegenwärtig in der deutschen Musikszene? Ihren Produktionen wird ein hohes Maß an Kreativität und Virtuosität bescheinigt.
Sind diese aber wirklich ein medialer und ökonomischer Faktor in der Musikindustrie? Bilanz und Perspektiven einer Entwicklung.

Referat.:   Bernhard Hanneken (Künstlerischer Leiter TFF Rudolstadt)

Co-Ref:    Talia Bachir-Loopuyt (Germanistin und Kulturanthropologin, Frankreich)

Moderation: Christian Rath (Journalist)

Weltmusik in Deutschland – ein „lächerliches“ Musikgenre

Bernhard Hanneken, seit 1979 Veranstalter von Folkkonzerten und -festivals, seit 1982 freier Mitarbeiter der Folk- und Weltmusikredaktionen diverser deutscher Rundfunkanstalten (hauptsächlich WDR, aber auch BR, HR, DLF, DLR, MDR…), von 1979-1983 sowie 1988-1995 Chefredakteur der Szene-Zeitschrift Michel, seit 1991 Künstlerischer Leiter des TFF Rudolstadt (Thüringen), 1997-2004 Präsident des European Forum of Worldwide Music Festivals, 2003-2005 Konzertreihe Roots & Routes gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk, Herausgeber einer Dokumentation der Weltmusikinstrumente, Vorträge im In-und Ausland über Folk- und Weltmusik in Deutschland.
Pop-Musik werden oder Nische bleiben? Zu einem langwierigen Dilemma in der Weltmusikszene.

Talia Bachir-Loopuyt, Germanistin und Kulturanthropologin, unterrichtet derzeit an der EHESS Paris und an der Universität Clermont-Ferrand in Frankreich. Anhand einer Beobachtung der Creole-Musikwettbewerbe von 2006 bis 2009 reflektiert sie in ihrer Doktorarbeit über die vielfältigen Dimensionen der deutschen Weltmusik als ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Faktors. Denn für die Akteure der Szene lässt sich die Weltmusik heute nach wie vor nicht auf nur eine gemeinsame Zielsetzung reduzieren. Die Kontroverse zwischen Popausrichtung und elitischem Anspruch ist demnach auch nur eine der vielen Spannungen, welche die Welt der Weltmusik prägen und zu ihrer Vielfalt beitragen. Beachtet man diese Vielfalt und die Tatsache, dass sie zur wachsenden Zahl der Festivalbesucher beiträgt, so muss man auch feststellen: Es geht der Weltmusik vielleicht gar nicht so schlecht...